Persönliche und berufliche Neuorientierung

Die hier genannten Beispiele aus der Praxis dienen ausschliesslich der Klienteninformation:

Jurist (48) stellt berufliche Tätigkeit in Frage:

Ein leitender Angestellte (Jurist) einer Personalabteilung, 48 Jahre hat in seinem Leben "alles" erreicht - er arbeitet in einem weltweit tätigen Konzern, hat zwei Kinder, 8 und 13 Jahre alt und führt eine "mustergültige" Ehe. Materiell steht die Famile "gut da" und der Familienvater kann es sich leisten, dreimal im Jahr mit seiner Familie in den Urlaub zu fahren. Selbverständlich ist das eigene Haus, das sehr großzügig gebaut wurde bezahlt. Schließlich weiß man, was man sich wert ist. Das der Angestellte dadurch sehr wenig Zeit für seine Familie hat, ist eben so und muß in Kauf genommen werden. Den beiden Töchtern wird durch den Job des Vaters immerhin viel ermöglicht (eigenes Reitpferd, Balettunterricht, Nachhilfe).

Seit ca. 6 Monaten schläft er nicht mehr so gut. Er nimmt eine innere Unruhe wahr, für die es aber doch gar keinen Grund gibt. Es läuft doch alles so gut. Als dazu noch "diffuse" Rückenbeschwerden und quälende Kopfschmerzen kommen, beschließt er zum Arzt zu gehen. Der Hausarzt, der ihn schon 20 Jahre kennt macht einen Gesundheitscheck und überweist ihn zum Facharzt. Als kein "medizinisches Problem" feststellbar ist, bittet ihn der Hausarzt, seine Lebensumstände zu überdenken.
Im Coaching kommt der Klient langsam mit seinen wirklichen Wünschen und Gefühlen in Kontakt. Das Hauptanliegen des Klienten ist: "wozu das eigentlich alles". Es stellt sich heraus, das es eigentlich der Wunsch des Vaters war, Jura zu studieren und "Karriere" zu machen. Schließlich sei es wichtig, es im Leben zu "etwas" zu bringen und "wer" zu sein !
Eigentlich war er schon immer ein sehr kreativer Mensch gewesen und hat sich schon in seiner Jugendzeit für "menschliche Belange" interessiert. Außerdem ist er traurig darüber, seine Kinder so wenig zu sehen und sie eigentlich gar nicht zu kennen.

Im Coaching suchte der Klient nach neuen Möglichkeiten, zukünftig seine Wünsche, Stärken, Fähigkeiten und Neigungen mit seinem Beruf besser in Einklang zu bringen.

Industriekauffrau (43) sucht nach Erziehungszeit neue Herausforderung

Eine Industriekauffrau arbeitete viele Jahre in einem mittelständischen Chemie-Unternehmen. Schon die Ausbildung absolvierte sie dort und nachdem sie die Prüfung mit der Note "sehr gut" geschafft hatte, wurde sie sogleich übernommen. Mit 27 heiratete sie ihren Mann und bekam mit 28 ihr erstes Kind, das zweite mit 30 Jahren. Nachdem nun die Kinder aus dem "gröbsten" heraus sind bemerkt sie, das in ihr ein "leerer Platz sei". Seit ca. 4 Monaten fühlt sie sich auch irgendwie "gedrückt", ohne benennen zu können warum dies so ist. Gelegentlich hat sie Bauchschmerzen. Der Arzt konnte aber nichts feststellen, berichtet sie.  Im Gespräch mit ihrem Mann sagt dieser: "Du hast doch alles, ich weiß gar nicht was du willst". Im Großen und Ganzen läuft die Ehe aber harmonisch. "Eigentlich kann ich mich wirklich nicht beklagen" sagt sie. "Wahrscheinlich bilde ich mir das alles nur ein." Aber als "Hausmütterchen" (so die Klientin) möchte ich auch nicht enden, sie sei ja noch so jung.

 
Die Klientin sucht nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Im Coaching wird der Klientin klar, das sie sich in den 15 Jahren sehr verändert hat, und eine Rückkehr in den alten Beruf nicht mehr in Frage kommt. Sie kann sich aber vorstellen, noch weiter zu lernen. Da sie nach der Lehrzeit sehr engagiert die Auszubildenden des Unternehmens betreut hat und sie die Arbeit im Personalbereich  interessiert, entschließt sie sich, ein 18 monatiges Fernstudium zur Personalfachkauffrau (IHK) zu beginnen. Durch das Aufstiegsfortbildungsgesetz (AFBG-"Meister-Bafög") bekommt sie dabei ca. ein Drittel als Zuschuss zu den Kurskosten.

Elektroinstallateur (22) am Karriereende

Ein 22 jähriger Elektroinstallateur kommt ins Coaching und berichtet von seinem Berufsleben. Im Moment ist er noch im Zivildienst beschäftigt, die Arbeit dort ist eher "lässig", sagt er. Manchmal fühlt er sich nicht richtig ausgelastet und er habe dadurch viel Zeit zum nachdenken. Nach dem Zivildienst möchte er nur widerwillig in den alten Beruf zurückkehren. Zwar komme er mit dem Chef und den Kollegen gut zurecht, die Arbeit sei aber "Hölle-anstrengend". Der junge Mann berichtet, das er keine Lust habe, dies bis an sein Lebensende zu machen. Er hätte ja noch 45 Jahre zu arbeiten. Außerdem wünscht er sich eine Partnerschaft, weiß aber noch nicht so genau, wie das "funktioniert".

 
Im Coaching nimmt der Klient eine "Standortanlayse" vor. Es werden dabei Perspektiven in den wichtigsten Lebensbereichen beleuchtet und der Klient formuliert für sich erstrebenswerte Ziele in diesen Bereichen. Diese Ziele werden wiederum in konkrete und für den Klienten erreichbare Teilschritte formuliert. Die Berufsperspektive erweitert sich in die Richtung, in einem größeren Betrieb mehr Berufserfahrung zu sammeln, um mehr Gestaltungsspielraum für das eigene Arbeiten zu haben, da der Tätigkeitsbereich ihm grundsätzlich gefällt.

Junges Paar (33 u. 29 Jahre alt) sucht gemeinsames Ziel

Ein junges Paar (er: 33 Jahre, Bankkaufmann, sie: 29 Jahre,  Fremdsprachensekretärin) berichtet von "Beziehungsschwierigkeiten". Ständig würden sie sich über Kleinigkeiten streiten. Manchmal herrsche eine unerträgliche Spannung, manchmal nur unterschwelliges "kriseln". Die Frau berichtet, dass sie schon manchmal darüber nachgedacht hat, ihren Mann zu verlassen. Eigentlich lieben sie sich, berichtet die junge Frau aber sie könnte sich nicht vorstellen, die nächsten 50 Jahre so zu verbringen. Der Mann sieht das ähnlich. Die beiden berichten, dass sie seit ca. 6 Jahren zusammen sind und seit knapp 4 Jahren in einer gemeinsamen Wohnung leben. Vor zwei Jahren im Sommer wurde geheiratet. Die Hochzeitsfeier war besonders schön, berichten beide. Kinder seien für die beiden kein Thema. "Das könnte man sich heute einfach nicht mehr leisten" erklärt der Mann. Schließlich sei er "karrierebewusst". Das hätten sie vor der Hochzeit auch abgeklärt, stimmt die Frau zu.

Im Coaching wurden die Klienten angeregt, Gemeinsamkeiten, Verbindendes, Stärkendes zu finden. Vielleicht sogar ein größeres, gemeinsames Ziel. Eine hilfreiche Anregung dazu war, feste Termine zu vereinbaren (und einzuhalten), an denen man Dinge unternimmt die beiden Freude bereiten. Darüber hinaus erkennt die Frau für sich, das der Kinderwunsch bei ihr doch vorhanden ist, und sie sogar bereit wäre, dafür materiell kürzer zu treten.

Betriebswirt (30) klagt über Arbeitsfrust

Der Klient erklärt, das er vor 4 Jahren sein Studium zum Betriebswirt beendet hat. Er hat danach ein Trainee-Programm durchlaufen und arbeitet seitdem in einem großen Zeitungsverlag. Auf Nachfrage berichtet er, wenn er etwas mache, dann richtig. "Die Karriereleiter zeigt nach oben", berichtet er stolz. Eine Team-Führungsposition sei ihm in Aussicht gestellt worden, die er dann auf jeden Fall annehmen wird. Schließlich möchte er einmal Familie haben und dieser dann auch etwas bieten. Seine 29 jährige Freundin freue sich mit ihm, das es so gut läuft. Seit ca. 6 Monaten klagt er aber über Kopfschmerzen. Dies allerdings nur "unter der Woche". Am Wochenende sei es weg, berichtet er. Beim Arztbesuch kam heraus, das es wahrscheinlich "stressbedingt" ist, da die Untersuchungen ohne Befund waren. Der Arzt riet ihm, ein Entspannungsverfahren zu lernen um sich gezielt nach einem stressigen Arbeitstag zu entspannen und loszulassen. Der Klient berichtet, das er von diesem "Psycho-Kram" und "Eso-Quatsch" nichts halte. Seine Freundin sagte zu ihm, er sollte mal zu einem Coach gehen, da Coaching "sehr gut sein soll". Das hört man ja immer aus der Wirtschaft. Also habe er das halt gemacht, um seiner Freundin eine Freude zu machen.

 
Im Coaching hinterfragt der Klient seine momentane Arbeits- und Lebenssituation. Er erkennt,  das er für sich sorgen muss, da es sonst niemand tut. Er ist auch bereit zu hinterfragen, welche Motive seinen Karriereantrieb begleiten und warum er denke, Karriere "machen zu müssen".

Hausfrau (53) sucht Unterstützung beim Lebensübergang

Die Frau erklärt, das sie jetzt seit 25 Jahren "zu Hause ist". Sie hat zwei Kinder und ist verheiratet. Das jüngste Kind (24) ist vor einem Jahr aus dem Haus gegangen. Seitdem fühlt sie sich oft einsam. Dinge die ihr früher Freude bereitet haben (Fahrrad fahren, Gymnastikgruppe) macht sie eher widerwilig. "Pflichtbewusstsein und sich dem Mann unterordnen, das hat mich mein Vater gelehrt" sagt sie. Die Stimmung ist eher niedergeschlagen und zurückgezogen. Ihr Mann hat Verständnis für ihre Situation. Immerhin war sie ja immer für die Kinder da, und jetzt ist da erstmal ein "großes Loch", sagt ihr Mann. Einen "guten Rat" hat er aber auch nicht, erklärt die Frau.  "Der hat ja seine Arbeit, und ich?"

 
Im Coaching kann die Klientin (erstmals) über Ihre Traurigkeit sprechen. Als Kind hat sie immer gelernt "zu funktionieren", hat aber dabei sich selbst vergessen. Sie möchte alte Bekanntschaften wieder aktivieren und plant mit einer  Single-Frau aus der Gymnastikgruppe, im Sommer eine Woche wandern zu gehen.

Abiturient (21) vom Leben gelangweilt

Der 21 jährige Abiturient kommt ins Coaching, da er nicht so Recht wisse, was er mit seinem Leben anfangen solle. Vor anderthalb Jahren habe er das Abitur erfolgreich abgelegt und sich danach erst einmal eine Pause gegönnt. Der Klient berichtet ferner, er fühle sich von seinen Eltern gegängelt, da diese dauernd auf ihm herumhacken und sagen, er solle doch endlich mal was machen.  Sein Vater sage ihm ständig, Ingenieure seien immer gesucht und das sei ein Beruf mit Zukunft. Der Klient möchte aber eher etwas im sozialen Bereich machen. "Was in der Industrie" käme für ihn sowieso nicht in Frage, das diese unsere Umwelt zerstöre und den Lebensraum für nachfolgende Generationen (so der Klient). Überhaupt machen ihm die ganzen Meldungen in den Nachrichten Angst: Schuldenberg, Hungersnöte, Gentechnik, Kriege und dann auch noch zu Hause der tägliche Kampf ums Überleben (so berichtet der Klient). Für ihn ergebe das alles keinen Sinn.

 
Im Coaching kann der Klient über seine Sorgen und Ängste sprechen, was ihn enorm entlastet. Er bekommt die Möglichkeit, frei über eine für ihn lebenswerte Zukunft nachzudenken und was er dazu bräuchte. Im Vordergrund steht dabei die Ausübung einer für ihn Sinn-stiftenden Tätigkeit und das Finden einer Lebensperspektive.

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